Über uns

In der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) haben sich im Jahr 2005 Pflanzenzüchter*innen, Saatguterzeuger*innen und Erhaltungsinitiativen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. Gemeinsam treten wir für politische und rechtliche Rahmenbedingungen ein, um die gentechnikfreie Saatgutarbeit dauerhaft zu sichern. Die gentechnikfreie Kulturpflanzenvielfalt möchten wir als Grundlage einer selbstbestimmten Erzeugung und Nutzung von Saatgut und Nahrungsmitteln erhalten und entwickeln.

In der IG Saatgut haben sich Organisationen und Unternehmen zusammengeschlossen, die eine Vielfalt unterschiedlicher Ansätze und Perspektiven vertreten:

  • »  Initiativen der ökologischen Züchtung von Getreide-, Gemüse- und Obstsorten. Sie entwickeln Sorten abgestimmt auf die Bedürfnisse des Ökolandbaus und richten ihre Arbeit auf Gemeingüter wie die Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel aus.
  • »  Bäuerliche Saatgutarbeiter*innen, die Sorten für den nicht gewerblichen Gartenbau biologisch züchten, erhalten und deren Saatgut vermehren.
  • »  Biosaatgut-Unternehmen, die gentechnikfreies, ökologisches Saatgut für den Erwerbs-, den solidarischen und nicht gewerblichen Gartenbau und den landwirtschaftlichen Ackerbau vermehren, in den Handel bringen, ökologische Züchtung fördern und selbst züchten.
  • »  Erhaltungsinitiativen, die sich um die Erhaltung und weitere Nutzung der kulturhistorischen Sortenvielfalt kümmern und das Wissen darüber an die breite Bevölkerung weitergeben.
 

Warum ist Gentechnikfreiheit wichtig?

Schon im Jahr 2008 hat der Weltagrarbericht festgestellt: Wir müssen die Erzeugung unserer Nahrungsmittel radikal ändern, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.

Eine andere Landwirtschaft, so unsere Überzeugung, ist jedoch nur mit einer Saatgutarbeit möglich, die sich an Gemeingütern orientiert. Hierzu zählen die Erhaltung und Weiterentwicklung von pflanzengenetischer und biologischer Vielfalt und der Aufbau widerstandsfähiger Agrar-Ökosysteme.

Die Gentechnik dagegen ist ein wesentlicher Motor des industriellen Agrar-Systems, von dem vor allem große Agrochemie-Konzerne profitieren. Mit Hilfe von Patenten auf Gentechnik-Pflanzen bauen die Konzerne ihre Dominanz auf dem Saatgutmarkt weiter aus. Die gesellschaftlichen und ökologischen Kosten dieses Systems sind hoch. So droht z.B. ein weiterer Verlust von biologischer, züchterischer und landwirtschaftlicher Vielfalt.

Zudem reduziert die Gentechnik Lebewesen weitgehend auf „Bausteine“ wie ihre DNA. Deren Bestandteile möchte sie beliebig neu kombinieren, um bestimmte Eigenschaften zu erzeugen. Dieses Baukastendenken wird jedoch aus unserer Sicht komplexen Lebensprozessen nicht gerecht. Die Integrität lebendiger Systeme ist zu respektieren.

 

Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut!

Die IG Saatgut setzt sich dafür ein, dass

  • »  gemäß des Verursacherprinzips diejenigen, die Gentechnik-Konstrukte in die Welt bringen, die Kosten für Schutzmaßnahmen und Ertragsausfälle im Falle verunreinigter Saatgutpartien tragen;
  • »  die im EU-Recht verankerten Regeln der Nulltoleranz für nicht zugelassene und der Kennzeichnungspflicht für zugelassene gentechnisch veränderte Organismen im Saatgut unverändert fortbestehen und konsequent umgesetzt werden;
  • »  auch Gentechnik-Pflanzen, die mit neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR-Cas entwickelt werden, gemäß des Vorsorgeprinzips konsequent unter dem EU-Gentechnikrecht reguliert werden, d.h. ein Zulassungsverfahren mit Risikoprüfung durchlaufen, gekennzeichnet werden und rückverfolgbar sind.
 
 
 
 
Schöne Neue Gentechnik?!
 
 
 

Download IG Saatgut Informationsbroschüre zur neuen Gentechnik

 
 

Gentechnik ist Teil einer industriellen Landwirtschaft. Gentechnik behindert Vielfalt und gemeinwohlorientierte Saatgutarbeit. Zur Info-Grafik

Webseite zuletzt aktualisiert
am 11 Nov 2020